prozess

Die Gestaltung des Films fand besonders in der Montage statt. Zuerst verlor ich mich in einzelnen Sequenzen, wo ich die fragmentierte Struktur der Musik visuell umzusetzen versuchte oder gegensätzliche, abrupte Übergänge ausprobierte. Das Lucien Dubuis Trio und ihre Persönlichkeiten habe ich bis dahin vernachlässigt. Es blieb bei einzelnen, zusammenhangslosen Teilen.

 

Als nächster Schritt wollte ich eine zunehmende fragmentarische Struktur aufbauen. Sie sollte klassisch, dokumentarisch beginnen und als Experimentalfilm enden. Doch diese Absicht funktionierte nur in der Theorie. Die Praxis lehrte mich, dass es einen Fluss braucht, dem der Zuschauer folgen kann. Ohne nachvollziehbaren Übergänge und Anschlüsse findet keine Vertiefung statt und man bekommt rasch das Gefühl, sich in einem Konstrukt aus Einzelteilen
zu befinden

 

Erst in der nächsten Phase versuchte ich, eine Geschichte aufzubauen. Ich begann erstmals das LDT richtig in den Film zu integrieren, sie bei ihrem Spiel zu zeigen und ihren Charakterzügen Freiraum zu lassen. Zuvor hatte ich Angst davor, dass dies zu langweilig sein würde. Dieser Eingriff verdoppelte die Filmspieldauer von zehn auf zwanzig Minuten. Von nun an begann die eigentliche Montage. Ich gestaltete nun nicht mehr in Bruchstücken sondern versuchte eine Dramaturgie herzustellen.


So entstand der erste richtige Rohschnitt nicht am Schnittplatz, sondern auf einer Pinwand, wo ich die einzelnen Sequenzen anordnete. Doch dies funktionierte nur, weil ich die Einzelteile bis dahin auswendig kannte und ihr Potenzial einschätzen konnte. In diesem Zusammenspiel von Pinwand und Schnittplatz entstanden effizientesten Arbeitsschritte.

 

Erst als die Dramaturgie solide war, ging ich wieder dort zurück, wo ich begonnen hatte: Mit der Auseinandersetzung von einzelnen Sequenzen und Übergängen.
Als deutliche Enticklung zeichnete sich die Reduktion an Interviewteilen aus. Vergleicht man
einer der ersten Rohschnitte mit dem fertigen Film, fällt auf, dass kanpp zwei Drittel der ürsprünglichen Interviews rausgesrichen wurden. Es hat damit zu tun, dass ich den Schwerpunkt auf die Musik und auf AKTIONEN der Musiker legte. Anstatt sie sprechen zu lassen, wollte ich sie in Aktion SEHEN. – grafik der filmstruktur –